Abstrakte Kunst und Venedig – wie Reisen meine Originalgemälde prägen
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Venedig ist für mich kein Reiseziel – es ist ein Zustand.
Die Lagunenstadt gibt mir etwas zurück, das im Atelier manchmal verloren geht: das Staunen. Das Licht über den Kanälen am frühen Morgen, die Stille hinter dem Touristenstrom, die Art wie sich Wasser und Architektur berühren – all das setzt sich in mir fest und findet später seinen Weg in meine Arbeit. Wer meine Originalgemälde kennt, findet in ihnen Venedig – auch ohne es zu wissen.
Was Venedig mit mir macht
Ich empfehle niemandem, Venedig mit Plan zu besuchen. Die Stadt funktioniert anders – sie öffnet sich, wenn man aufhört zu suchen. Die engen Gassen, das Licht, das sich im Wasser bricht, die Proportionen der Architektur – das alles arbeitet in mir, lange nachdem ich zurück im Atelier bin.
Für mich als abstrakte Künstlerin ist Venedig kein Motiv, das ich abbilde. Es ist eine Energie, die ich übersetze. In Farbkompositionen, Strukturen, Spannungsfelder – die dann in mehrschichtige abstrakte Acrylgemälde fließen. Jedes dieser Werke trägt etwas von dieser Energie in sich, ohne sie zu benennen.
Venedigs Kunstszene – was mich wirklich prägt
Bei meinem letzten Besuch war ich in der Peggy Guggenheim Collection und der Gallerie dell'Accademia. Zwei völlig verschiedene Erfahrungen – und beide wichtig. Die Guggenheim zeigt, wie abstrakte Kunst Räume besetzt und verändert. Die Accademia erinnert daran, was Malerei über Jahrhunderte hinweg bedeutet hat.
Venedig ist nicht zuletzt Heimat der Biennale – der bedeutendsten Ausstellung zeitgenössischer Kunst weltweit. Diese Energie ist in der Stadt spürbar, auch zwischen den großen Ausstellungsjahren. Sie bestätigt mich in dem, was ich tue.
Azure – ein Werk findet seinen Platz
Bei einem meiner Aufenthalte wohnte ich im Art & Park Hotel Union Lido – einem Haus, das Kunst ernst nimmt und ihr Raum gibt.
Ich habe dem Hotel mein Werk "Azure" überreicht. Nicht weil es ein strategischer Schritt war, sondern weil ich spürte, dass dieses Werk genau hier gehört. Der Manager hat es sofort verstanden – und angenommen.
Das Foto, das in diesem Moment entstanden ist – ich, der Manager und "Azure" zwischen uns – ist für mich eines der bedeutsamsten Bilder meiner Arbeit als Künstlerin. Es zeigt, was ein Originalgemälde leisten kann: Es verbindet Menschen, prägt Räume dauerhaft und erzählt eine Geschichte, die über den Kauf hinausgeht.

[Foto: Sabine Runge mit dem Manager des Art & Park Hotel Union Lido und dem Originalgemälde "Azure"]
© Foto: unionlido.com
Venedig und zurück
Ich werde zurückkehren. Nicht nur wegen der Stadt – sondern wegen dem, was sie in mir auslöst. Orte mit Geschichte und Kultur arbeiten anders in mir als das Atelier. Sie stören meine Routine auf eine produktive Weise.
Wenn ich nach einem Venedig-Aufenthalt zu malen beginne, merke ich den Unterschied. Die Schichten werden anders. Die Farben verschieben sich. Etwas, das in der Stadt angefangen hat, findet im Atelier seine Form.